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Curate it, don’t read it!

 

Kurator
Dass das deutsche Feuilleton Stellenanzeigen von Youtube nicht versteht, ist weniger erstaunlich, als dass sie sie überhaupt wahrnimmt :-)
Aber wenn dann noch ein Begriff auftaucht, der aus dem Kunst-Kontext bekannt ist, aber seit mehreren Jahren im Kontext neuer Such-, Recherche-, Aggregations- und Mashup-Möglichkeiten des Social Web in einem neuen Bedeutungs-Zusammengang verwendet wird … dann kann ein Feuilletonschreiber schon mal an seine Grenzen kommen!
Aber warum zieht er sich denn nicht mit einem “Stapel Bücher in den Wald” zurück, sondern muss auch noch ein Buch aufschlagen, dass er nicht versteht, aber zitiert:
(Steven Rosenbaum: Curation Nation: Why the Future of Content is Context and How to win in a world where Consumers are Creators”, McGraw Hill, 2011)

Curation Nation Cover
“Wenn Kunstwerke und vielleicht auch Schuhe oder sogar Damenunterwäsche kuratiert werden, ist das im Grunde nichts Neues. Dieser Trend reicht heute von den heiligen Hallen der Museen bis in die banalen Warenlager des Einzelhandels. Dabei geht es aber immer nur darum, in der echten Welt echte Dinge zu sortieren. Wirklich neu ist das Kuratieren dagegen in der Welt der Bits und Bytes im World Wide Web.”
Hier hört es bei Jan Füchtjohann (der sein Xing-Profil mit dem Wunschjob, eine Aufgabe im „Bereich der strategischen Kommunikation“ zu finden, gelöscht hat und sich ansonsten hervortut durch ziemlich peinliche Artikel zur Gentrifizierung … http://gentrificationblog.wordpress.com/2010/07/13/damonisierung-des-anti-gentrification-protestes/) dann vollständig auf:
“Hier kommen deshalb die Kuratoren ins Spiel: Als Menschen, die wie eine Art Reader’s Digest fürs digitale Zeitalter die zunehmend überwältigende Masse der Inhalte filtern, die sich mutig zwischen uns und den ohrenbetäubenden Lärm, den bunt flackernden Wahnsinn und die einen bis zur Übelkeit vollstopfenden Füttermaschinen stellen, ihre Auswahl treffen und diese in einem hellen, ruhigen, zur Kontemplation einladenden Raum präsentieren. Helden also, die uns vor dem Chaos retten.”
Dabei liegt der Übergang vom DJ, den er als Retter der Moderne durch “Kultursampling” der 90er Jahre stilisiert, zum Content Curator doch auf der Hand, oder?
Klar, sehnen wir uns nach der Stille im Rauschen der Kanäle, aber wieso das nicht auch extatisch sein kann und warum durch kollaboratives Kuratieren am Ende nur falsche unvollständige Geschichten herauskommen, ohne Autorität und Zusammenhang, unübersichtlich und verwirrend …
Wir wollen unserer Ruhe” lautet das hilflose & reaktionäre Fazit des Feuilletonisten.
Lest den Artikel nicht
http://www.sueddeutsche.de/kultur/die-neuen-kuratoren-curation-nation-1.1123715
sondern schaut euch lieber an:

[youtube]KLWsV1hewYA[/youtube]
oder kuratiert fleissig weiter, hier auf g+ , storify, pearltrees 
zusammengefasst in scoop.it

Pearltree
http://www.scoop.it/t/cocura-vom-user-generated-content-zum-kollaborativen-kuratieren

 

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